KOKOROKO
23. Oktober 2019
Heimathafen Neukölln

Was vor 30 Jahren Hip-Hop war, ist in London heute der Jazz: Musik, in der sich junge Menschen austoben, ohne Scheu, Grenzen zu überschreiten. Eine der aufregendsten neuen Bands ist Kokoroko („sei stark “ in Orobo, einer nigerianischen Sprache). Gleich ihre erste Veröffentlichung, das wunderbar sanfte „Abusey Junction“, wurde mehr als 14 Millionen Mal auf Youtube angesehen.

Das Kollektiv – zumeist zu acht unterwegs, manchmal aber auch mit weiteren befreundeten Musikerinnen und Musikern – spielt eine raue und doch ungemein soulige Version des von Fela Kuti geprägten Afrobeat. Ihre Spezialität sind die ausschließlich weiblich besetzten Bläser, die mit westafrikanischen Rhythmen und Londoner Jazz-Grooves für ekstatische Publikumsreaktionen sorgen. Bandchefin ist die Trompeterin Sheila Maurice-Grey, ein großer Teil der Mitglieder hat am Londoner Trinity College Jazz studiert.

Dabei sind sie allerdings weit davon entfernt, akademisch zu klingen. Auch wenn man die Grundlage einer soliden Ausbildung immer durchhört, sind auch die großen Vorbilder wie Tony Allen, Ebo Taylor und eben Fela Kuti prägend für den Sound des Oktetts. Kokoroko spielen die Musik, die sie lieben, mit der sie aufgewachsen sind und zu der auch schon ihre Eltern tanzten, nur eben angepasst in den soziokulturellen Kosmos von heute.

Kokoroko bringen das Beste Westafrikas der Sechziger und der Londoner Gegenwart zusammen und weben daraus einen vielfarbigen fliegenden Teppich. Vor Kurzem erschien die erste EP der Crew, und im Oktober kommt sie zu uns auf Tour.