Am 23. August 2019 erscheint „Kalte Wände“ auf Rookie Records; das zweite Album der Hamburger Band Keele und ein kalendarischer Rückblick auf ein schwieriges Jahr 2018. Keele sprechen von „Therapiestunde für die Backpfeifen, die das Jahr verteilt hat“ und die in elf Songs Niederschlag finden. Zum Glück gab es auch gute Momente, aber es sind immer die anderen, die Keele an Songs arbeiten lassen. Die Themen sind nicht ganz andere als 2016: paralysierende Verlustängste („Schwarze Decken”), zerstörerische Spielsucht („Der Weg in den Ruin“), berufsbedingte Identitätskrisen („Grenzbereich“), doch der Tenor der Fragen hat sich verändert. Und der Sound, in den sie verpackt wurden, ist vielseitiger geworden. War „Gut und dir“ vor allem von Getriebenheit bestimmt, finden sich auf „Kalte Wände“ auch Momente des Innehaltens, vielleicht so etwas wie die Entdeckung der Langsamkeit. In Teilzeit, versteht sich.

Live machen Keele einfach nur Spaß: Fünf Freunde – und das hört und sieht man –, die mit ihrem dichten Zusammenspiel und druckvoller Instrumentierung überzeugen. Eine Band, die ungebremst nach vorne, in Kopf, Herz und Beine geht.