Genre Archive - Post Rock

Citizen, Honey Lung
08.10.17 Past Show
Cassiopeia

Das neue Citizen Album „As You Please“ berichtet vom Ground Zero einer Epidemie. Gut zwei Jahre sind nun seit der Veröffentlichung von „Everybody Is Going To Heaven“ vergangen und die Blickrichtung der Band hat sich mittlerweile komplett geändert. Citizen sind auf ihrem neusten Album auf Streit aus; unfähig, …

den unausweichlichen Konflikt zu ignorieren. So verfolgt Songwriter Mat Kerekes auf dem bisher dynamischsten Album der Band, die Ursprünge der Unzufriedenheit, die den USamerikanischen Rostgürtel und ganz besonders seine Heimatstadt Toledo, Ohio schon seit vielen Jahren heimsucht. Die auf „As You Please“ behandelte Epidemie ist wahrscheinlich noch größer und gefährlicher als jede Abhängigkeit oder Überdosis. Der amerikanische Traum ist für die meisten Freunde und die Familien der Citizen-Mitglieder nicht mehr als eine leere Phrase. Viele verlieren den Glauben an bessere Zeiten.
Citizen erforschen die Ursachen dafür und suchen nach den Gründen, wieso so viele Menschen dadurch vom richtigen Weg abkommen. So beschreibt der Opener “Jet“ die Situation vieler Kids, die perspektivlos in den Tag hinein leben. In „In The Middle Of It All“ sind Citizen so stark und kraftvoll wie noch nie, und das obwohl der Song als qualvoller Ausdruck des Untergangs des Heartlands gelesen werden kann. Auf der anderen Seite präsentiert „As You Please“ die immer weiter wachsende Vielseitigkeit einer Band, die seit gut sieben Jahren durchweg erstklassiges Material veröffentlicht. In all den Jahren haben Citizen ihren eigenen Sound erarbeitet und einen einzigartigen Fingerabdruck im größeren Alternative Rock- Kontext hinterlassen. Das im Laufe des letzten Jahres geschriebene Album, ist frei von den brutalen und düsteren Elementen des Vorgängers „Everybody Is Going To Heaven“.

Citizen lassen die Grunge-Einflüsse hinter sich und streben nach etwas wohlwollenderem. Ein spiritueller Kern manifestiert sich im Laufe des Albums, so zum Beispiel in den himmlischen, hallenden Gesängen in “Control“, in den Orgeln in „You Are A Star“ oder dem beinahe opernhaften Refrain von „In The Middle Of It All“. Die fein gesponnene Art in der Citizen das Album geschrieben haben, markiert einen Durchbruch für die Band. Verlust und Unordnung bestimmten das Leben der Mitglieder, doch mit diesem Album wurden alle Bruchstücke in ein kunstvolles Arrangement aus schmutzigem Glas-Mosaike erneut zusammengesetzt.
Letztendlich versuchen Citizen mit „As You Please“ den Leuten Kraft zu geben, die sie dringend benötigen. Zahlreiche, teils illegale Faktoren, wollen uns täglich beeinflussen und die Kontrolle über uns erlagen. Doch mit diesem positiven Album, versuchen Citizen uns unbeschadet aus den Trümmern zu leiten. Das Album endet mit „You Are A Star“ und „Flowerchild“; einer haltlosen Bitte nach Zuversicht und einem großen Finale, das alle Erwartungen zerrüttet. Der Titel „As You Please“ klingt zwar eher demütig, doch es präsentiert Citizen in ihrem bisher selbstbewusstesten und umfangreichsten Zustand.

Show
Botanist, Urghun
13.10.17 Past Show
Urban Spree

The songs of Botanist are told from the perspective of The Botanist, a crazed man of science who lives in self-imposed exile, as far away from Humanity and its crimes against Nature as possible. In his sanctuary of fantasy and wonder, which he calls the Verdant Realm, he surrounds himself with plants and flowers, finding solace in the company of the Natural world, and envisioning the destruction of man. There, seated upon his throne of Veltheimia, The Botanist awaits the time of humanity’s self-eradication, which will allow plants to make the Earth green once again.

Botanist’s message is of hope, of faith in the power of the Natural balance, one that transcends humanity’s self-seen importance and places us all in a truer place in the universal picture. Botanist believes that although mankind is destroying the Earth’s natural environment, humanity cannot destroy Nature permanently. Humanity can destroy Nature only for humanity, meaning that even if all life, including humanity, has been eradicated, Nature will bounce back. Something will exist out of nothing, just as it always has, and that something will exist whether humanity is a part of it or not.

Botanist believes the world is the most valuable thing in the world. The most essential thing. Nature offers the truest, most tangible vista into the face of the divine, whose unnamable, unknowable existence is reflected through our natural environment. If we want to enjoy this world, to venerate it, to thrive within it, we must respect it, we must protect it, even if it’s only for our personal benefit. If we don’t, if we annoy the Earth enough, the Earth will kill us and move on. What choice will we make?

Show
Nothing, Cocaine Piss, Kapitan Korsakov
13.08.17 Past Show
Cassiopeia

Unter großem Drama geht es nicht bei Nothing: Gefängnis, Zerwürfnis, Wiederauferstehung sind die großen biografischen Themen von Nothing. Mit dem Demo Poshlost wurde im Jahr 2011 das Bandprojekt Nothing aus der Taufe gehoben. Üppige Soundlandschaften und ein frischer Ansatz ziehen sich auch durch die Nachfolge-EPs “Big Love” und “A389”. Für die Debüt-LP mit dem keine Fragen offen lassenden Titel “Guilty of everything” war auch das Relapse-Label mit am Start. Auf der Platte verarbeitete Bandgründer Domenic Palermo eine zweijährige Haftstrafe. “Guilty of everything” fand Beachtung in den Spalten großer Musikmagazine und führte die Band auf große Tourneen durch Europa und Nordamerika, sowie Festivals wie dem SXSW oder dem Roadburn. Doch wer glaubt, dass dies zu einem stetigen Weg und weniger Turbulenzen führt hat die Rechnung ohne Nothing gemacht. Tumulten und persönliche, wie professionelle Konflikte ließ die Band verstört zurück. Aber wie das so ist mit Einschnitten: Manchmal bergen sie enormes kreatives Potential und drastische Änderungen, wie auch im Falle von Nothing: “Tired of tomorrow” ist das Ergebnisse dieser Krise und eine dunkle Hommage an 90s Rock mit heftigen Ausbrüchen. Begleitet werden Nothing von den nicht minder heftigen Cokain Piss und Kapitan Korsakov.

Show
SLEEPMAKESWAVES, The Physics House Band, Vasudeva
04.10.17 Past Show
Cassiopeia

Wohl mit die Könige der DIY Spheric Instrumental Metal Szene, quasi die selbst gewählt „kleingeschriebenen“ Helden des Ambient Core, wobei das in diesem Fall keine Musikrichtung betitelt sondern mehr ein Gefühl, das einen überkommt, wenn man der Band sleepmakeswaves lauscht.

Show
Long Distance Calling
22.05.17 Past Show
Lido

Long Distance Callings epische Songs nehmen den Hörer ganz langsam ein, stimmen ihn behutsam auf ein brachiales Noisebrett oder eine unerwartete Wendung ein – und stehlen sich dann so langsam, wie sie sich angekündigt haben, auch wieder davon. Und man ist danach keineswegs ermüdet, sondern freut sich sofort auf den nächsten Trip.

Show